Richtung Heimat und Besuch beim Franze

Ein Traumplatz

Vom Capo de Gata fahren wir weiter an der Küste Richtung Norden. Dort findet man noch wirklich tolle Freistehplätze, die nicht schon von tausenden belegt sind. Wir verbringen dort 2 Nächte mit super Sicht auf das Meer und genießen einfach die Sonne. Wie fast überall in Spanien gibt es auch hier einige Ruinen, die tolle Fotomotive stellen. Leider treffen wir auch wieder auf Kuschelcamper und diejenigen, die ein Freistehplatz mit einem Stellplatz/Campingplatz verwechseln!!! Wie schon geschrieben gibt es an der Küstenstraße etliche Freistehplätze, warum stellen sich dann die Leute immer an Plätze, wo schon ein Womo steht???

Voller Taray Camper

Nach 2 Tagen fahren wir weiter nach Vera um nochmals zu waschen und dann geht’s weiter zu Juan auf den Taray Camper Park. Als wir dort ankommen trauen wir unseren Augen nicht. Bis auf 2-3 Plätze ist alles voll. Für uns war dieser Platz schon unangenehm, wenn nur jeder 2.Platz besetzt war. Wir beschließen für eine Nacht in der hintersten Reihe zu bleiben. Am nächsten Tag wird ein Platz weiter vorne frei und wir ziehen für eine weitere Nacht um. Leider stehen wir hier in der Nähe eines Womos mit lautem Moppel (Generator). Auf dem Platz ist es von 18.30-20.30Uhr erlaubt, den Generator laufen zu lassen. Und dies ist hier auch meist der Fall und viele stellen ihren Moppel um kurz nach halb sieben auf, der Lärm und Gestank beginnt.

Artillerie Bateria de Castillitos

Uns ist das zu viel und wir fahren nach 2 Tagen vom Platz und wollen uns die warmen Quellen nördlich von Mazzaron anschauen. Leider können wir diese nicht empfehlen. Die Anfahrt ist ohne Allrad wirklich nicht zu empfehlen und auch die warmen Quellen entpuppen sich als Reinfall. Das warme Wasser fließt aus einem Rohr in angelegte Schlammbecken und so sieht das Wasser dann auch aus. Zudem tummeln sich viele FKK Fans dort und geniessen das warme Wasser. Die Gegend um die warmen Quellen sieht auch nicht sehr einladend aus.

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Wir ziehen weiter Richtung Puerto de Mazzaron. Genauer gesagt fahren wir an die Artillerie Bateria de Castillitos zwischen Cartagena und Puerto de Mazzaron. Sie wurde 1933-36 aufgebaut und zuletzt 1937 gezündet. Die 381mm Kanonen konnten ihre 1t schweren Projektile 35km weit abfeuern. Heute dienen sie nur der Abschreckung. Die Anlage ist in einem sehr guten Zustand und viele Türme, Kanonen, Maschinenräume und ein Labyrinth von Gängen, welche teilweise getarnt und geschützt im Boden liegen, können angeschaut werden. Beeindruckend ist auch das Schienensystem, auf dem die schweren Projektile zu den Kanonen transportiert wurden. Diese Artillerie ist wirklich ein Besuch wert und entschädigt die lange kurvenreiche Anfahrt. Auch zum Übernachten ist für ein, zwei Womos Platz, allerdings tut man sich schwer eine gerade Fläche zu finden.

Finca Caravana und richtig warmes Wetter

Am nächsten Tag zieht es uns wieder ins Hinterland ins Irgendwo im Nirgendwo zu Franze auf die Finca Caravana. Das Wetter ist vielversprechend und hohe Temperaturen werden erwartet. Hier genießen wir 4 wunderschöne Tage mit Sonne, Sternenhimmel und Ruhe. Für Februar ist es ungewöhnlich warm und wir halten es ohne Markise in der Sonne fast nicht aus. So gefällt es uns.

Auch das Arbeiten kommt nicht zu kurz und ich streiche die andere Hälfte der Finca Caravana Steine weiss an. Jetzt sieht das alles aus der Luft schon viel besser aus.

Auch die Pflanzenpatenschaft hat es uns angetan und wir haben unterwegs noch überlegt, welche Pflanze auf der Finca Caravana sinnvoll wäre. So entschieden wir uns für eine Aloe Vera („Wonder“). Sie soll Franze und seinen Gästen helfen bei Sonnenbrand oder sonstigen Verletzungen. Einen Platz an der Feuerstelle haben wir schnell gefunden und sie wurde eingesetzt.

Geiler Platz direkt am Strand

Wir haben Meerweh, also ziehen wir von der Finca weiter nach Alicante. Südlich von Alicante finden wir ein nettes Plätzchen direkt am Strand und Luke kann sich im Sand austoben. 2 Nächte verbringen wir dort mit Strandspaziergängen und relaxen in der Sonne.

El Puig

Weiter zieht es uns Richtung Norden. Unterwegs halten wir noch an einem Baumarkt. Das Womo hat unsere Touren abseits der Strasse nicht ganz unbeschadet überstanden und ich muss das Spülbecken in der Küche neu befestigen. Nach getaner Arbeit machen wir oberhalb von Valencia in El Puig Halt am Strand. Für eine Übernachtung ist dieser Strand ok, aber sonderlich schön ist es hier nicht. Auch werden schon Holzpfosten angebracht, damit die Camper nicht mehr am Strand stehen können. Wir haben noch die Chance und suchen uns einen schönen Platz. Bei dem Wind packe ich noch meinen Lenkdrachen aus und dreh ein paar Runden. Abends kommt noch unsere Nachbarin, eine Tschechin, und bittet um Hilfe, denn ein Spanier hat sich mit seinem Auto im Sand festgefahren. Leider ist alle Hilfe umsonst und er ruft nach einer Stunde den Abschleppdienst. Man müsste ja denken, dass Spanier sich mit Strand und Sand auskennen und wissen, dass es nicht gut ist mit einem Auto im tiefen Sand zu fahren 😉

Warme Quellen von Montanejos

Den nächsten Tag wollen wir an den warmen Quellen 90km landeinwärts in Montanejos verbringen und machen uns auf dem Weg. Die Fahrt führt durch eine wunderschöne Landschaft und endet auf dem Parkplatz oberhalb der Quellen. Da es kurz vor Mittag ist wollen wir uns die Quellen ohne Badezeug erstmal aus der Nähe anschauen und laufen die 5min. hinunter zum Fluss. Die warmen Quellen (ca. 50 in der Umgebung um Montanejos) befördert 25Grad warmes Wasser und fließt direkt in den Fluss. Heisst, dass das Wasser im Winter zum Baden trotzdem zu kalt ist, zumindest für uns. Lediglich in einem kleinen Trog kann man sich hineinsetzen und das gesunde Thermalwasser geniessen. Die Quellen sind sehr bekannt für ihre heilende Wirkung.

Übernachten werden wir auf dem Parkplatz nicht und suchen uns ein ruhiges Plätzchen in der Nähe. 9km entfernt werden wir auf einem Parkplatz mit Picknickplatz und Blick auf Puebla de Arenso fündig. Hier hat einen grandiosen Blick auf den Stausee und das Dorf. Viele Autos fahren hier auch nicht und so verbringen wir eine ruhige Nacht.

Peniscola und Treffen mit 360freiheitsgrade

Am nächsten Tag geht es für uns wieder ans Meer. Südlich von Peniscola kann man wunderschön am Meer stehen mit Blick auf Peniscola und das Castillo. Hier treffen wir auch wieder auf die Tschechen, die wir vor ein paar Tagen in El Puig am Strand kennengelernt haben. Sie reisen aber am Abend weiter. Dafür gesellen sich nette Schotten zu uns und wir kommen mit ihnen schnell in Kontakt. Am nächsten Tag sitzen wir gemütlich mit den Schotten zum Grillen zusammen und führen tolle Gespräche. Nach zwei Nächten wollten wir eigentlich weiter fahren. Doch wir haben spontan ein Treffen mit 360freiheitsgrade organisiert. Gegen Nachmittag wollen sie bei uns aufschlagen und bis dahin besichtigen wir die wirklich schöne Altstadt von Peniscola, genießen einen Kaffee bei bestem Ausblick, decken uns mit Frischwasser ein und backen einen Kuchen. Wir sind sehr froh über dieses Treffen, denn so konnten wir drei wundervolle Menschen kennenlernen, auch wenn wir nicht einmal einen Tag zusammen waren. Aber irgendwie passte die Chemie.

Die Heimreise

Nach dem Treffen mit 360freiheitsgrade geht es für uns in größeren Etappen weiter Richtung Heimat. Wir legen unseren ersten Stopp unterhalb von Girona bei Caldes de Malavella ein. Dort hat die Gemeinde einen kostenlosen Stellplatz inkl. V+E eingerichtet. Für die Übernachtung perfekt, mehr aber auch nicht.

Am nächsten Tag verlassen wir Spanien und fahren bis nach La Couvertoirade. Hier haben wir schon einmal auf einer früheren Reise übernachtet. La Couvertoirade hat aus seiner durch den Templer- und Malteserorden geprägten Vergangenheit eine sehr bemerkenswerte Befestigungsanlage bewahrt. Türme und Wehrgang auf der Stadtmauer, befestigte Tore, Burg der Tempelritter vom Ende des 12. Jahrhunderts, befestigte Kirche aus dem 14. Jahrhundert, Kopfsteinpflastergassen mit typischen Steinwerkhäusern und alte Anwesen wie das Haus Scupione und das Stadthaus Grailhe machen aus La Couvertoirade eine denkmalgeschützte Ortschaft, die man unbedingt besichtigen sollte.

Beim Aufstehen begrüßt uns das passende Wetter mit Regen. Wir ziehen weiter durch das Zentralmassiv und landen bei St.Etienne in Fontanes. Hier hat auch die Gemeinde mehrere Parkplätze für Womos inkl. V+E eingerichtet. Es ist nichts los und verbringen eine stürmische Nacht in Einsamkeit.

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Der letzte Stop unserer Reise ist in der Schweiz in Murten am Murtensee. Dort haben wir auch schon öfters übernachtet und dieser Platz bietet sich als Übernachtungsplatz sehr gut an, da er schön liegt und sich auch nicht weit weg von der Autobahn befindet.

Die letzte Etappe mit knapp 280km ist für uns die anstrengendste, denn Luke kann einfach bei dem Wetter nicht wie gewohnt draussen in der Sonne und im Sand spielen. Hier ist alles nass und ar…kalt. Da muss er sich erst noch dran gewöhnen, wie wir auch.

Nach 76 Tagen und 8340 gefahrenen Kilometern kommen wir wieder Zuhause an. Wir hatten eine absolut geile Zeit, haben neue Bekanntschaften geschlossen und unzählig viele schöne Eindrücke gewonnen. Doch das wertvollste war die gemeinsame Zeit als Familie, abseits von Arbeit und Alltag. Einfach Zeit, das Leben zu genießen und viel Zeit für Luke zu haben. Sicherlich werden wir diese Reise nie vergessen.

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