Auf nach Portugal

Über Cádiz nach El Rocio

Wir fahren weiter Richtung Portugal und halten in Cádiz auf einem Parkplatz am Containerhafen. Cádiz ist eine sehr schöne alte Hafenstadt und lohnt sich für einen Besuch. Vom Parkplatz am Containerhafen ist man schnell in der Innenstadt und kann dann gemütlich durch die Gassen schlendern. Da Cádiz auf einer Landzunge liegt, ist es fast allseitig von Wasser umgeben. Nach dem Stadtbummel fahren wir weiter nach Chipiona zum Übernachten. Diesen Ort können wir euch nicht empfehlen und es lohnt sich auch nicht dort hinzufahren.

Um dann weiter nach El Rocio zu kommen, welches Luftlinie keine 40km entfernt liegt, muss man ca. 190km fahren, weil ein Naturschutzgebiet dazwischen liegt. In dieses darf man nur mit einer geführten Tour hinein und muss es deshalb weit umfahren. In El Rocio lassen wir uns nach langem mal wieder auf einem Campingplatz nieder. Wäsche waschen ist angesagt.

El Rocio ist ein Wallfahrtsort und die meisten Gebäude sind nur über Pfingsten von den Bruderschaften bewohnt. Die Stadt gleicht einer verlassenen Westernstadt, denn die Stadt hat kaum befestigte Straßen und deshalb sind die verbreitetsten Verkehrsmittel Geländewagen und Pferdefuhrwerke. Nur die am Rand verlaufene Straße ist geteert. 800 Einwohner zählt die Stadt, über Pfingsten kommen über 1.000.000 hinzu. Bei unserem Besuch in der Stadt ist nicht viel los, aber wir fühlen uns durch die staubigen Straßen und den alten Gebäuden wie im Wilden Westen.

Bom diam, Portugal

Nach El Rocio schaffen wir es, nach Portugal einzufahren. Nochmal kurz vor der Grenze günstig getankt fahren wir über die Grenze nach Portugal. Die erste Nacht verbringen wir etwas im Hinterland am Pego do Inferno. So etwas kennt man eigentlich nur aus Filmen. Ein kleiner Wasserfall mit glasklarem Wasser im von Felsen umgebenen Becken. Es lädt einen echt zum Hineinspringen ein, wenn das Wasser nicht so kalt wäre. Im Sommer kann man wohl Baden und von den Felsen springen. Wir lassen das diesmal lieber und nehmen unseren ersten positiven Eindruck von Portugal mit.

Algarve am Meer, Nein Danke

Wir versuchen die nächsten Tage einige Plätze am Meer aus und stellen aber schnell fest, dass es für uns nichts ist. Es ist überall brechend voll und so ziehen wir weiter Richtung Norden. Umso mehr man am Meer nach Norden kommt, umso weniger Wohnmobile trifft man an. Wir verstehen jetzt auch warum. Der Atlantik. Es geht die meiste Zeit ein enormer Wind, der nach Norden hin immer kälter wird und dadurch steigen auch die Temperaturen am Tag kaum an. Wir haben meist Tag und Nacht annähernd 14Grad gehabt. Leider fühlen sich die 14Grad am Tag im Wind etwas kühler an. An einem windstillen Ort, wenn man so einen dann findet, da wird es in der Sonne gleich wieder angenehm warm. Und deswegen stehen die meisten Überwinterer an der südlichen Algarve direkt am Meer. Dort ist das Wetter im Winter am stabilsten und überall, wo man denkt, da steht bestimmt keiner, stehen schon 10 Mobile da. Nichtsdestotrotz beeindrucken uns die schöne Felsenküste und die Stände an der Algarve sehr. Schade, wir hätten hier sonst gerne noch etwas mehr Zeit verbracht.

Lissabon

Wir sind in der Hauptstadt angekommen. Ca. 1,5km fußläufig von der Fußgängerzone entfernt stehen wir auf einem Parkplatz direkt am Wasser mit Blick auf die „Brücke des 25.April“.

Los geht es Richtung Bahnhof und dort zu TimeOut, einer kulinarischen Esshalle. Wer hier nichts zu Essen findet, der ist selber Schuld 😉 Wir haben jedoch schon gegessen und so ziehen wir weiter zum Praca do Comércio, dem Handelsplatz. Hier werden uns auch das erste Mal öffentlich Drogen angeboten. Für uns eine etwas komische Situation, aber Portugal fährt mit dieser Handlung des Drogenthemas wohl sehr gut.

Vom Handelsplatz gelangt man durch ein großes Tor direkt in die Fußgängerzone. Am Ende der Fußgängerzone steht man dann auf dem Praca de D. Pedro IV. Hier setzen wir uns erstmal hin und legen eine Pause ein und lassen alles auf uns wirken. Von Hektik ist in dieser Stadt wirklich nichts zu spüren.

Am nächsten Tag machen wir Sightseeing auf eine besondere Art. In der Innenstadt von Lissabon stehen unzählige E-Scooter an jeder Ecke. Wir haben uns die Lime App heruntergeladen, uns registriert und Guthaben aufgeladen. So können wir die Lime E-Scooter nutzen. Man fährt mit ihnen von A nach B, stellt sie irgendwo ab und loggt sich aus. Dann kann man sich etwas anschauen und später an einem anderen Ort einen anderen Scooter nehmen und weiter fahren. So erkunden wir Lissabon für diesen Tag und fahren nach Belém und zur LX Factory, wo allerlei kreative Köpfe und StartUps sowie nette Cafés zu finden sind. Den 3.Tag verbringen wir gemütlich in der Tram 28, die einen einmal quer durch Lissabon fährt. Vom Platz aus zu den Haltestellen benutzen wir natürlich die E-Scooter 😉 Unser Fazit: Lissabon ist eine tolle und vielseitige Stadt, für die man gut 4-5 Tage einplanen kann, und die Stadt gemütlich zu erkunden.

Mina de Sao Domingos

Von Lissabon zieht es uns ins Landesinnere über Manfra, Santarém und dem Stausee Barragem do Divor zur Mina de Sao Domingos. Bei herrlichem Wetter mit Sonne und angenehmen Temperaturen wollten wir am Barragem do Divor länger stehen. Am Tag der Ankunft hatten wir super Wetter und konnten es doch nicht so richtig genießen. Wir bzw. Ich als Fahrer wollte einen besonderen Platz anfahren und hab uns dabei festgefahren. 3,5t (oder mehr) sind für den weichen Boden doch zu viel gewesen. Zum Glück waren deutsch sprechende Portugiesen mit ihren Geländejeeps zur Stelle und zogen uns aus dem Schlamassel. Der Tag war aber gelaufen und wir suchten uns noch ein anderes trockenes Plätzchen. Am nächsten Tag hatten wir wieder Wind und immer wieder Regen und keine Sonne, also zogen wir weiter, zur Mina de Sao Domingos.

Die erste Nacht haben wir auf einem Parkplatz an einem kleinen See verbracht. Am nächsten Tag sind wir dann nachmittags weiter in die Mine, um dort zu übernachten. Wir fahren ganz hinein und stellen uns mittig zwischen die alten Gebäude. Harry Warden aus „My Bloody Valentine“ ist ständig in unseren Köpfen, aber wir ziehen es durch und sind morgens froh, als es wieder hell wird. Die Nacht war denkbar ruhig. Seit 1966 wird die Mine nicht mehr betrieben, der Boden und das Wasser ist verseucht und teilweise hat die Luft einen eigenartigen Geruch. Die Gebäude sind schon sehr zerfallen und die Mine wird mehr und mehr touristisch genutzt. Es gibt einen Wanderweg durch die komplette Mine mit Informationsschildern. Wer weiß, ob wir dieses Minengefühl in ein paar Jahren genauso gehabt hätten.

Auf nach Spanien

Das schlechte Wetter verfolgt uns und der Wetterbericht bringt auch vorerst keine Wetterbesserung. Eigentlich war der Plan, dass wir uns noch im Hinterland der Algarve aufhalten möchten, aber so hält uns einfach nichts mehr in Portugal. Also entscheiden wir uns nach 2 weiteren Nächten wieder nach Spanien zu fahren. Dort ist das Wetter zu dieser Jahreszeit einfach konstanter und vor allem auch wärmer. Wir werden sicherlich wiederkommen, dann jedoch zu einer anderen Jahreszeit.

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