Sardinien 16.09. – 09.10.2016

Übersicht:

Uebersicht

16.09.

Das Warten hat ein Ende. Jetzt geht’s endlich los. Wir starten unsere Tour nach Sardinien. Nachdem die letzten Besuche erledigt sind und der Tank gefüllt ist, starten wir unsere Tour Richtung Monte Ceneri. Die Fahrt verläuft ohne Stau reibungslos über den in Wolken gehüllten San Bernadino. Angekommen auf der Südseite begrüßt uns die Sonne und wenig später ein strahlend blauer Himmel. Die Nacht verbringen wir wie so oft auf dem Stellplatz „Camper Area Tamaro“ (N46°8’20“ O8°54’26“) in Monte Ceneri.

17.09.

Über Nacht hat sich der Platz noch ganz schön gefüllt. Das haben wir in der Nachsaison nicht erwartet. Doch während unserem gemütlichen Frühstück verlassen schon die meisten den Platz und wir können vor Abfahrt ohne Wartezeit das Abwasser entleeren und Frischwasser tanken. Die heutige Etappe führt uns in den Hafen von Piombino. Um 21Uhr legt dort unser Schiff mit Camping an Bord ab. Obwohl heute Samstag ist, läuft der Verkehr um Mailand herum ohne Probleme und wir liegen gut in der Zeit. In Donoratico in der Toskana versorgen wir uns noch mit Getränke aus dem Conad. Dieser liegt perfekt an der SS1 und ist uns schon von früheren Urlauben bekannt. Zudem ist eine sehr günstige Tankstelle gegenüber, wo wir nochmals unser Womo mit Flüssigkeit versorgen können. Da wir noch genügend Zeit haben, wollen wir einen früher erkundeten Platz direkt am Meer aufsuchen und dort noch etwas zu Essen kochen. Leider wird uns das nicht gegönnt, denn die Italiener haben am Samstag den Platz für sich eingenommen zum Baden. Wir beschließen direkt in den Hafen zu fahren und dort zu Essen. Begrüßt von den Sicherheitsleuten im Hafen werden wir mit „A bit early“. Wissen wir und werden noch auf den Parkplatz zu den anderen a-bit-early-Campern geschickt. Dort lernen wir gleich die Schweizer Boris und Regula kennen und führen sehr interessante Gespräche. Auch mit Carmen und Ralf aus Heilbronn kommen wir ins Gespräch, da Ralf und ich uns ähneln. Wir beide lieben es, auf etwas zu warten. Um 20Uhr soll es erst mit dem Beladen der Autos losgehen. Es ist gerade mal 17Uhr ;-). Aber auch die 3h bekommen wir rum und fahren Richtung Schiff. Gespannt sind wir alle, denn niemand von uns hatte zuvor Camping an Bord gemacht. Die Auffahrt verläuft problemlos und wir sind alle froh, als jeder sein Fahrzeug geparkt hat. Jetzt wird erstmal ein (zwei) Radler getrunken, um die ganze Aufregung zuvor wegzubekommen. Nachdem das Schiff sich auf die Reise gemacht hat und wir die Abfahrt vom Oberdeck verfolgt haben laden uns Carmen und Bernd noch auf ein Glas Wein in ihren Wohnwagen ein. Wein auf Bier…. Naja, ich werde am nächsten Tag feststellen, ob das gut ist. Gegen halb 12 machen wir uns bettfertig und versuchen zu Schlafen.

18.09.

Um 5Uhr klingelt der Wecker nach einer kurzen Nacht. Gegen 2.10Uhr werden wir beide noch durch den starken Wind wachgerüttelt. Das Schiff schaukelt zwar nicht arg, aber durch den Wind wird unser Womo immer wieder zum Schaukeln gebracht. Zudem haben wir knapp 26Grad im Wohnmobil, da wir durch den Wind und Regen keine Fenster offen lassen können. Doch irgendwann fallen wir dem Schlaf wieder zum Opfer. Bei der Ankunft in Olbia ist es trocken und wir können die Hafeneinfahrt mit einem Kaffee aus der Schiffscafeteria verfolgen. Auf dem Festland angekommen wollen wir in Palau auf einen Campingplatz fahren und uns dort von der Überfahrt erholen und erstmal ANKOMMEN. Unterwegs halten wir die Augen offen nach einer Möglichkeit, das Womo vom Salz der Überfahrt zu befreien und werden auch fündig. So spritzen wir bereits um 06.50 Uhr das Womo ab. Am Campingplatz  angekommen müssen wir feststellen, dass alle guten Plätze direkt am Strand belegt sind und wir entschließen uns, einen anderen Campingplatz „Capo d’Orso“ (N41°9’41“ O9°24’10“) in der Nähe anzufahren. Dort werden wir mit einem super Platz belohnt und frühstücken hier erstmal ausgiebig. Leider im Womo, denn das Wetter ist heute ein Wechsel zwischen Sonne und Regen mit viel Wind. Deswegen beschließen wir heute nichts mehr zu Unternehmen, holen mittags noch den verpassten Schlaf der letzten Nacht nach und erkunden zu Fuss den Campingplatz. Achso, Wein auf Bier, das war diesmal nicht gut 😉 oder es lag daran, dass das Glas nie leer wurde.

19.09.

Gut ausgeschlafen beginnen wir den heutigen Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und überlegen dabei, was wir heute unternehmen wollen. Zur Auswahl steht mit dem Roller die Gegend erkunden oder ein Boot bei der zum Campingplatz zugehörigen Bootsvermietung zu mieten. Wir nutzen die Chance mit dem Boot, denn morgen wollen wir wieder weiter fahren. Telefonisch vereinbare ich mit dem Vermieter halb elf als Startzeit. Aufgrund italienischer Gemütlichkeit kommen wir gegen 10.45Uhr erst los, aber wir haben ja den ganzen Tag Zeit. Im Norden der Insel befindet sich der Nationalpark La-Maddalena-Archipel, bestehend aus einer traumhaften Inselwelt. Wir fahren drei der Inseln an (La Maddalena, Spargi, Caprera). Die Inseln La Maddalena und Caprera sind durch eine Brücke miteinander verbunden. Spargi ist mit dem Auto nicht zu erreichen, nach La Maddalena fahren Fähren von Palau aus. Das Meer ist zwischen La Maddalena und Caprera durch die geringe Tiefe und dem Sand karibisch. Wir genießen die Sonne und das Meer und kehren gegen halb fünf voller Eindrücke wieder zurück. Am Abend machen wir uns noch an die Planung der nächsten Etappe.

20.09.

Obwohl die Sonne schon scheint, entschließen wir im Womo zu frühstücken, denn die Wespen sind derart aufdringlich, dass ein gemütliches Frühstück nicht möglich ist. Heute wollen ans Capo Testa bei Santa Teresa Gallura fahren. Dort befinden sich bizarre Felsgärten am Kap. Leider hindert uns die Polizei in Santa Teresa Gallura daran ans Kap zu fahren. Das Wohnmobilverbotszeichen haben wir natürlich nicht bemerkt 😉 Also fahren wir weiter an der Küste entlang Richtung Castelsardo. In unserem Reiseführer steht ein Traumplatz direkt am Meer beschrieben, welcher über eine 4km gut befahrbare Piste zu erreichen ist. Gut befahrbar ist subjektiv. Nach ca. 2km kommen wir eine Steigung nicht mehr hinauf und müssen wieder zurückfahren. Die gut befahrene Piste ist wohl beim letzten Regen an den Steigungen zu arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein Wunder, dass laut dem Geschepper im Wohnmobil nichts kaputt gegangen ist. Zurück auf der Straße fahren wir weiter, halten noch an einem der vielen Strände, die vor allem bei Surfern beliebt sind und fahren den Stellplatz Area Punto Maragnani (N40°55’19“ O8°47’31“) oberhalb der Küste an. Dort angekommen suchen wir uns einen Platz mit guter Sicht und erholen uns von der „gut befahrbaren“ Piste. Gegen später beschließen wir mit dem Roller noch nach Castelsardo zu fahren. Als wir den Roller gerade abladen wollen, kommen die Schweizer Boris und Regula angefahren. Wir haben sie über unseren Standort informiert und sie sind zu uns gestoßen. An unserem Plan ändert sich trotzdem nichts und wir düsen los nach Castelsardo, das malerisch auf einem vorspringenden Felsen ins Meer thront. An vielen Hauseingängen und Treppen bieten Frauen ihre handgeflochtenen Korbwaren an. Die Stadt ist ein altes Korbflechtzentrum mit verwinkelten Treppen und Gassen. Zurück am Womo wird unser Energiehaushalt aufgefrischt und anschließend verbringen wir den Abend gemütlich mit den Schweizern.

21.09.

Unser heutiger Plan sieht vor, dass wir in Alghero einen Stellplatz anfahren und zuvor die Strände bei Stintino besichtigen. Gefrühstückt wird heute nochmals im Womo, denn seit wir auf der Insel sind geht ein permanenter Wind mit starken Böen. Ab morgen soll dieser endlich nachlassen. Der Strand La Pelosa bei Stintino wird oft zu Werbeaufnahmen benutzt, was bei dieser Kulisse nicht verwundert. Was verwundert,dass selbst in der Nachsaison der Strand überfüllt ist von Italienern und das an einem Mittwoch. Wir parken unser Womo auf einem Parkplatz etwas entfernt vom Strand und gehen zu Fuss, um ein paar Bilder zu schießen. Nach getaner Arbeit wollen wir Richtung Alghero aufbrechen. Doch kurz nach Stintino sehen wir einige Womos auf einem Kiesparkplatz Parking Le Saline (N40°54’9″ O8°14’10“) stehen und wir beschließen uns den Platz mal anzuschauen. Wir bleiben. Einen tollen Strand aus weißen runden Steinen, wenig los am Strand, sowie auf dem Parkplatz. Alghero wird uns also erst morgen sehen.

22.09.

Wie immer nach einem gemütlichen Frühstück geht es für uns weiter. Ziel heißt Alghero mit Zwischenstopp an der Grotta di Nettuno. Die Grotte befindet sich westlich von Alghero und ist zu Fuss über ca. 650 Stufen zu erreichen oder bequem mit dem Boot. Wir halten kurz vor der Grotte auf einem Panoramaplatz an, machen ein paar beeindruckende Fotos und wollen dann weiter zur Grotte fahren. Wir merken aber bald, dass das nicht einfach wird, denn die Autos beginnen schon am Straßenrand zu parken. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als uns bis zur Grotte durch zuschieben, um dort zu wenden. An der Zufahrtsstraße zum Bootsanleger haben wir vorhin schon einige Womos stehen sehen und wollen uns dort einfach dazustellen. Ein Platz ist gerade noch frei, perfekt. 14€ pro Person kostet die Bootsfahrt, wir wollen uns aber ein wenig bewegen und wandern vorbei am Bootsanleger auf einem Schotterweg bis zum vorigen Wendeplatz oberhalb der Grotte und stiefeln die 650 Stufen am Fels entlang nach unten. Nur nicht an den Rückweg denken, denn 650 Stufen, teilweise in der prallen Sonne, sind nicht ohne. Die letzten Stufen gehen durch den Fels ins Innere der Grotte. Das Gefühl der Enge macht sich in mir breit und wir beschließen nicht weiter hineinzugehen. Auch ohne der Besichtigung war allein schon der Abstieg bis zum Eingang zur Grotte der Besuch wert, zumal man bis dorthin nichts zahlen muss. Nach kurzer Pause machen wir uns für den Aufstieg bereit und sind überglücklich, als wir nach weiteren 650 Stufen wieder oben ankommen. Zurück am Womo fahren wir den Stellplatz „Area Paradise Park“ (N40°35’27“ O8°15’20“) bei Alghero an. Am Abend satteln wir noch den Roller und fahren in die Altstadt Alghero. Dort übernachten Boris und Regula und wir wollen uns später noch treffen. Wir schlendern durch die Altstadt und ihre kleinen Läden und halten Ausschau nach einer netten Pizzeria. Heute macht uns eine Pizza an. Wir geben Boris und Regula per Standortweitergabe noch Bescheid und als wir gerade fertig mit Essen sind, kommen sie angelaufen. Gemeinsam verbringen wir noch einen schönen Abend mit einem abschließenden Spaziergang bei Nacht durch die Altstadt.

23.09.

Heute wollen wir einen Schritt weiter Richtung Süden machen. Unser Womo Tour-Guide empfiehlt uns die Küstenstraße von Alghero nach Bosa zu fahren. Diese Straße schlängelt sich an der Küste entlang bergauf – bergab mit immer wieder gigantischer Aussicht. Von Bosa aus wollen wir weiter nach Cuglieri fahren. Dort soll man ein sehr gutes Olivenöl bekommen. Leider war zur Mittagszeit das Dorf wie ausgestorben und niemand anzutreffen. Wir setzen unsere Reise ohne Olivenöl fort und rollen weiter Richtung Meer. Unser Navi lotst uns, wie auch der Womo Tour-Guide, an der Abfahrt Mari Ermi zu unserem geplanten Ziel. Der letzte Teil geht über Schotterpiste und endete an einer Absperrkette zur Zufahrt zum Stellplatz. Nach einem Gespräch mit schon auf dem Platz stehenden Deutschen wird uns klar, dass wir alles zurück fahren und den Platz über Is Arutas anfahren müssen. Macht einen weiteren Weg von ca. 15km. Eine Wendemöglichkeit haben wir auch nicht, sodass wir einen Teil der Schotterpiste Rückwärts zurück setzen müssen. Da wir nun eh zur Hauptstraße zurück fahren, beschließen wir noch einen Abstecher nach Tharros zu machen, wo Boris und Regula frei am Strand stehen. Dieser Platz sagt uns nicht zu, weil wir geplant hatten, mal für 2 Nächte zu stehen, zu Baden, Grillen usw. Wir verabschieden uns von ihnen und fahren den Stellplatz „Agricampio Monte Muras“ (N39°57’43“ O8°24’4″) an. Dort ergattern wir einen Platz in vorderster Front direkt am Reiskornstrand. Dieser besteht aus ganz feinen, kleinen weißen Steinen, die bei Mitnahme sehr teuer (bis zu 1000€ Strafe) werden können. Da wir hier im Naturschutzgebiet sind, ist die Mitnahme der reiskornartigen Steinchen untersagt. Wir erkunden noch kurz den Strand, genießen die Sonne und gegen Abend haben wir das erste Mal die Zeit, den Grill anzuschmeißen.

24.09.

Heute genießen wir einfach die Sonne, das Meer, gehen am Strand spazieren und relaxen.

25.09.

Was wir die letzten 2 Tage vergessen haben zu erwähnen? Stechmücken. Und das in einer Menge, die man sich nicht vorstellen kann. Abends sobald die Sonne untergeht bis morgens gegen 10Uhr sind die Mücken hier aktiv. Deswegen bleiben wir hier auch keine weitere Nacht und ziehen weiter Richtung Süden zu den riesigen Sanddünen auf Sardinien. Hier in aller Abgeschiedenheit fahren wir einen Parkplatz (N39°29’40“ O8°24’48“) am Scivo Strand an, auf dem man mit herrlicher Sicht auf den Dünen stehen kann. Dazu gibt es feinsandigen langen Sandstrand. Wir spazieren ein wenig den Strand entlang und genießen am Womo die Aussicht in der Sonne.

26.09.

Wir haben heute morgen beschlossen noch eine Nacht hier zu verbringen. Die Sicht und die Ruhe sind einfach super. Gegen Mittag gehen wir noch an den Strand und nachmittags erkunden wir zu Fuss die Sanddünen. Der Sand ist übelst heiß und wir sind froh, dass wir unsere Flipflops anhaben.

27.09.

Nicht viel weiter wird heute unsere nächstes Ziel sein. Wir müssen auf jeden Fall vor 10Uhr los, denn dann kommt der Kassier. Um kurz vor 10 haben wir es auch geschafft und düsen los. Das nächste Ziel ist ca. 33km entfernt. Die 33km schlängeln sich allerdings durch das Gebirge, so dass wir einige Zeit unterwegs sind. Angekommen am Area Communale Terrazze in Buggerru (N39°24’7″ O8°24’4″) richten wir uns ein und laufen Richtung Markt, den wir bei der Anfahrt entdeckt haben. Leider werden wir dort nur von 6 Ständen empfangen und haben diese auch gleich begutachtet. Wir schlendern weiter durch das Dorf und werden auf ein Schild aufmerksam, auf dem von einer Mine geworben wird. Wir folgen der Beschilderung und stehen wenig später vor einem verschlossenen Mineneingang. Besichtigen kann man die Wohl nicht mehr, obwohl auf dem Plakat ein Minenzug zu sehen war und Preise draufstanden. Oder es liegt einfach an der Nachsaison. Naja, wir kehren zurück und genießen die Sonne am Womo. Gegen 14Uhr satteln wir noch den Roller und fahren zur Cala Domestica. Ein Strand ca. 8km von Buggerru entfernt mit einer kleinen Nebenbucht, die von der Hauptbucht aus auf rechter Seite nur durch ein Felsloch erreichbar ist. Die kleine Bucht ist traumhaft, doch leider haben wir unsere Badesachen nicht mitgenommen. Wieder zurück am Womo gönnen wir uns noch ein Bad im Meer mit Wellen und tratschen mit den anderen Deutschen hier auf dem Platz.

28.09.

Wir verlassen den Stellplatz nach dem Frühstück und fahren weiter Richtung Süden. Einen Ort weiter in Nebida gibt es einen Parkplatz, von dem man einen kleinen Berg umwandern kann, mit herrlichem Blick auf das Meer und dem Pan di Zucchero, einem 132m aus dem Meer ragenden schneeweißen Fels. Auf der Meerseite hat sich in einem in den Fels getriebenen Sprengstofflager einer alten Mine ein Restaurant eingerichtet. Die Toilette war früher das Lager für die Zündkapseln. Wir stärken uns ein wenig, genießen die tolle Aussicht und gehen zurück zum Womo. In Domusnovas, 10km östlich von Iglesias wollen wir die natürliche Tropfsteinhöhle San Giovanni besichtigen, durch die man vor einigen Jahren noch mit dem Auto durchfahren konnte. Heute ist dies nicht mehr möglich, aber zu Fuss durchläuft man sie in 15min. Als wir an der Höhle ankommen, stehen gerade einmal 4 Autos dort. In der Höhle befinden wir uns dann ganz alleine. Gut, dass sie eigentlich beleuchtet ist, doch gegen Ende ist wohl der Strom unterbrochen und die Höhle ist stockfinster. Aber in der heutigen Zeit hat jeder sein Handy mit Taschenlampenfunktion an Bord und wir machen so uns selber Licht. Da die Höhle von beiden Seiten durchlaufen werden kann, überrascht uns am anderen Ende das Verbotsschild für Fußgänger ein wenig. Wahrscheinlich liegt es an der defekten Beleuchtung??? Uns ist es egal, wir müssen ja wieder zurück zum Womo. Auf dem Rückweg kommt uns sogar ein Rollerfahrer entgegen, obwohl man die Höhle nur noch zu Fuss begehen darf/sollte/nicht für Italiener geltend. Wir sind beeindruckt von der Größe der Höhle und können den kostenlosen Besuch nur weiter empfehlen. Zurück am Womo fahren wir wieder Richtung Meer und düsen die Küstenstraße nach Teuleda, wo wir an einem schönen Strand der Costa del Sud frei stehen wollen. Doch angekommen, werden wir von dem Strandbar-Staff hingewiesen, dass übernachten hier nicht gestattet ist. Weiter auf der Küstenstraße in Chia hat es noch einen Stellplatz, doch der ist uns zu düster, mitten im Pininenwald und heute ist Championsleague angesagt, also brauchen wir Satempfang :-). Schade, denn die Strandbucht von Chia soll sehr schön sein. Wir fahren weiter nach Pula und wollen bei der antiken Römerstadt Nora auf dem Besucherparkplatz in einer Palmenallee stehen. Kaum gestanden, kommt auch schon die Polizei. Wir suchen weitere Plätze in der Nähe, doch auch hier kommt die Polizei und vertreibt uns. In Pula ist zu der Zeit wohl noch Saison oder sie wollen einfach keine Womoübernachter haben. In La Maddalena, kurz vor Cagliari, finden wir dann einen Parkplatz in einer Wohnsiedlung und stellen uns dort hin und hoffen auf eine ruhige Nacht.

29.09.

Die ruhige Nacht war morgens mit dem Arbeiterverkehr gegen 7Uhr vorbei, doch geschlafen haben wir trotzdem gut. Auch das Frühstück können wir hier noch genießen. Da aktuell Freunde von uns in Cagliari in einem Hotel untergebracht sind, wollen wir uns den Stellplatz in Cagliari anschauen, um so einen Abend gemeinsam verbringen zu können. Leider sind wir von dem Stellplatz, direkt an der Bahnlinie gelegen, nicht begeistert und so rollen wir weiter Richtung Costa Rei. Das Treffen mit Simone und Christian wird so oder so später in Golfo Aranci noch stattfinden. Die Gegend um die Costa Rei kennen wir von unseren vorherigen Urlauben auf Sardinien. Damals noch ohne Wohnmobil. So schön wir die Gegend früher fanden, so katastrophal finden wir sie jetzt. Alles ist für die Pauschaltouris hergerichtet und bebaut worden und dazu sind die wenigen Campingplätze am Meer voll (vor allem mit Schweizern aus Bern, die haben nämlich 3Wochen Ferien). So finden wir einfach kein passendes Plätzchen und lassen die Costa Rei hinter uns und fahren weiter nach Porto Corallo. Dort soll man schön am Meer stehen können. Wir werden nicht enttäuscht. Gerade 2 Womos stehen in dem Küstenabschnitt, in dem man sich frei irgendwo hinstellen kann. Hier stört es wohl keinen, obwohl eingangs ein Verbotsschild steht, und suchen uns ein nettes Plätzchen raus und relaxen. Wir stehen zwar direkt am Meer, doch lädt es hier nicht zum Baden ein, weswegen wir morgen wieder weiter ziehen wollen.

30.09.

Nach dem Frühstück verlassen wir den tollen Platz und fahren Richtung Bari Sardo und wollen dort in Cea auf einen Stellplatz direkt am wunderschönen Strand fahren. Bei Ankunft wird uns schon klar, dass das nichts wird. Er liegt in einem Eukalyptuswald, was uns einfach zu düster ist. Im Sommer mag man den Schatten vielleicht suchen, aber zu dieser Jahreszeit brauchen wir ihn nicht mehr. 4km weiter gibt es noch einen Stellplatz am Lido Orri, den wollen wir uns mal anschauen. Hier an der Ostküste ist die Saison jedenfalls schon vorbei, denn der Stellplatz hat schon geschlossen und es ist keine Beschilderung mehr von außen sichtbar angebracht, was uns die Suche erschwerte.    Doch wir haben Glück, das Tor ist geöffnet und der Besitzer befindet sich auf dem Grundstück und wir können doch 1 oder 2 Nächte auf dem Area Camper Tanca di Orri (N39°54’13“ O9°40’55“) stehen. Der Strand hier ist echt klasse und wir verbringen den restlichen Tag am Strand, bis wir wieder zurück am Womo erstmals im Cobb Grill ein Brot backen wollen und anschließend Grillen.

01.10.

Für den heutigen Tag hat der Wetterbericht den ganzen Tag über Gewitter gebracht und so bleiben wir lange im Bett liegen. Da unser nächstes Ziel in den Bergen auf 1000m Höhe liegt und dort gutes Wetter haben wollen, bleiben wir den heutigen Tag nochmals am Meer.

02.10.

Passo della Silana heißt heute unser Ziel. Dort wollen wir auf dem Stellplatz Silana (N40°9’11“ O9°30’29“) die Nacht verbringen. Nach dem Frühstück geht es los nach Arbatax zu den bekannten roten Felsen vor dem Hafen. Viele Touristenbusse machen hier ihren Halt und dementsprechend sind auch einige Leute hier. Wir schießen unsere Fotos und zischen wieder ab. Unser nächstes Ziel ist das tiefste Karstloch Europas bei Baunei. Dort führt eine kleine Stichstraße hinauf auf eine Hochebene. Die ersten Kilometer geht es in engen Serpentinen steil nach oben, doch da uns kein Verkehr entgegen kommt, können wir jede Kurve ohne Rückzusetzen nehmen. Oben angekommen erblicken wir eine echt geniale Landschaft, ein krasses Gegenteil zu dem Landschaftsbild am Meer. Natur pur. Wildschweine, Esel und Ziegen laufen hier frei durch die Gegend. Die kurze Wanderung zu dem Karstloch führt über Stock und Stein und endet an einem umzäunten Gelände. Früher konnte man direkt an das Karstloch gehen, heute hindert der Zaun daran, in das ca. 300m tiefe Loch zu steigen. Von oben sieht das Loch nicht wirklich spektakulär aus und so laufen wir wieder zurück zum Womo und setzen unsere Reise fort. Hier in den Bergen tummeln sich langsam die Regenwolken und kurze Zeit später entleeren diese sich auch. Weiter Richtung Passo della Silana kommen wir dazu in einen dichten Nebel, der uns daran hindert, die Landschaft richtig wahr zu nehmen. Auf dem Stellplatz heißt uns nur ein alter deutscher VW-Bus Willkommen und wir können uns einen Platz in vorderster Front mit Aussicht nehmen. Gegen später kommen nochmals 2 Mobile. Zu Fuß erkunden wir noch den Pass, laufen zu einer vor sich hin tropfenden Quelle und kehren zurück zum Womo. Auf 1000m Höhe ist die Temperatur nach Sonnenuntergang schon deutlich kühler und wir genießen den Abend im Womo.

03.10.

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein lässt heute zu, unsere Frühstück draußen mit Aussicht zu genießen. Anschließend wollen wir bei dem Traumwetter weiter nach Posada ans Meer. Wir nehmen aber nicht den direkten Weg, sondern wollen auf der SP3 durch das Kalkgebirge Monte Albo von Lula nach Sant’Anna fahren. Die Straße ist sehr zu empfehlen, uns kommen nur 2 Autos entgegen, wir erleben verschiedene Vegetationen mit grandiosen Aussichten und nach den 30km sind wir beide aber auch wieder froh, die kurvenreiche Strecke geschafft zu haben. In Siniscola füllen wir unsere Vorräte auf und suchen uns einen Platz am Strand nördlich von Posada an einem kleinen Süßwasser-Lagunensee. Wir haben Glück, dass ein junges Paar in unserem Alter aus Pforzheim bald zusammenpacken wollen und wir ihren Platz in erster Reihe direkt am Meer einnehmen können. Da sie ihre Reise auf Sardinien erst beginnen, geben wir ihnen noch einige Tipps, was sie besichtigen können und wo sie traumhafte Plätze zum Übernachten finden. Schade, dass sie abreisen. Die Chemie zwischen uns Vieren passt auf Anhieb. Vor uns stehen noch nette Weingartler und hinter uns Bayer aus Ansbach. Da hier das Campieren verboten ist, fährt zweimal am Tag die Polizei vorbei und kontrolliert. Da das einer der wenigen Traumplätze zum Freistehen ist, sollte man sich auch daran halten, denn die Plätze werden durch strikte Verbote immer rarer.

04.10.

Heute ist relaxen, baden im Meer und Sonnenbaden angesagt. Zudem erkunden wir zu Fuss die nähere Umgebung und kaufen bei einem mobilen Käsehändler leckeren, sardischen Schafskäse.

05.10.

Nach 2 Tagen hier am wunderschönen Platz ziehen wir weiter Richtung San Teodoro. Wir brauchen Frischwasser und wollen das Abwasser entsorgen. In unserem Womoguide steht, dass dies beim Klärwerk von San Teodoro möglich ist. Als wir dort aber ankommen, wird uns klar gemacht, dass dies hier nicht möglich ist. Wir suchen einen Parkplatz in Zentrumsnähe und schlendern durch die Stadt, auf der Suche nach Olivenöl und einem Sardinien-Aufkleber für unser Womo. Beides finden wir und gehen zurück zum Womo. Das Problem mit dem Wasser hat sich bisher noch nicht gelöst und wir beschließen, die 2 Campingplätze von San Teodoro anzufahren. Der eine hat leider schon geschlossen und der andere ist dafür eng und vollgequetscht, was uns nicht wirklich liegt. Wir entscheiden weiter Richtung Norden zu fahren. Unser Womoguide weist noch auf den Campingplatz Tavolara in Porto Taverna hin und wir wollen unser Glück dort versuchen. Die reine Ver- und Entsorgung kostet hier 10€ und so schauen wir uns den Campingplatz an, ob wir hier vielleicht eine Nacht verbringen wollen, was inkl. Ver- und Entsorgung nicht viel teurer ist. Leider sagt uns dieser Campingplatz nicht wirklich zu und so zahlen wir die 10€ und zischen weiter. Kurz vor dem Campingplatz haben wir am Meer einige Wohnmobile stehen sehen und wollen uns den Platz mal anschauen. Es ist ein kostenloser Parkplatz am Strand mit einem Lagunensee. Wir entscheiden uns eine Nacht hier zu verbringen. Der Strand und das Meer sind traumhaft. Am Strand treffen wir wieder auf die Weingartler, deren Fähre sie abends von Olbia wieder ans Festland bringt.

06.10.

Oberhalb von Olbia, 10km von Golfo Aranci entfernt befinden sich Mareikes ehemalige Arbeitskollegin und ihr Mann in einem Hotel im Urlaub. Diese wollen wir heute besuchen. In Google Maps haben wir einen Strandparkplatz direkt neben dem Hotel ausfündig gemacht und peilen diesen jetzt an. Das Hotel liegt am Spiaggia del Marinella. Hier befindet sich eine größere Hotelsiedlung und wir zweifeln schon etwas daran, ob wir hier wirklich einen Strandparkplatz finden werden. Aber siehe da, Google Maps enttäuscht uns nicht. Wir parken das Womo und laufen am Stand zur Hotelanlage, wo wir hoffen, Simone und Christian aufzufinden. Die zwei sind da und wir verbringen ein paar nette Stunden an der Poolbar des Hotels. Da wir uns nicht sicher sind, ob wir auch die Nacht auf dem Parkplatz verbringen möchten oder uns noch ein anderes Übernachtungsplätzchen suchen müssen, gehen wir am frühen Abend zurück zum Womo, um uns nochmals den Platz anzuschauen und uns zu beraten.    Zwischenzeitlich hat sich bereits ein französisches Wohnmobil und ein Italiener mit Dachzelt zu uns gesellt. So fällt uns die Entscheidung nicht arg schwer und wir bleiben.

07.10.

Nach einer ruhigen Nacht mit leichtem Regen wird erstmal ordentlich gefrühstückt. Unser Wasservorrat geht langsam zur Neige und so schauen wir während dem Frühstück in unserem Womoguide nach einer naheliegenden Wasserquelle. Eigentlich hatten wir uns noch vorgenommen, den schönen Stand ein wenig zu genießen aber der starke Wind heute stimmt uns um und wir machen uns nach dem Frühstück auf den Weg. Wir fahren die erste Quelle an, doch diese tröpfelt nur vor sich hin, eine zweite an einer Tankstelle, ist nicht (mehr?) vorhanden. Wir fragen die Dame in der Tankstelle, ob es in der Nähe eine Wasserquelle gibt und sie erklärt uns den Weg zu einer 3km entfernten Quelle (N41°3’45“ O9°29’10“). Dort angekommen werden wir nicht enttäuscht. Die Quelle sprudelt und hat sogar einen Schlauch zur Befüllung. Mit gefülltem Wassertank wollen wir bei Golfo Aranci auf einen Platz direkt am Meer fahren, auf den viele Womos nach ihrer Ankunft abends mit der Tagfähre in Golfo Aranci stehen, um nicht noch viele Kilometer fahren zu müssen. Doch wir werden kurz vor unserem Ziel von zwei nagelneuen Durchfahrtverbotsschilder gestoppt. Abhalten tun sie uns nicht und wir fahren einfach weiter. Doch auf dem Platz direkt am Meer ist niemand und uns lassen die Verbotsschilder nicht in Ruhe. Außerdem bietet sich der Platz auch nicht so toll zum baden an. Wir beschließen hier nicht zu bleiben und fahren die Schotterstraße zurück. Wir müssen feststellen, das die Auswahl an Stellplätzen am Meer um Olbia herum nicht sehr üppig ist und so fahren wir wieder zurück nach Porto Taverna, wo wir vor zwei Nächten schon standen. Dort angekommen finden wir Platz neben Tettnangern, die den gleichen Knaus wie wir fahren. Natürlich werden wieder interessante Erfahrungen mit den Mobilen ausgetauscht.

08.10.

Unser letzter Tag auf Sardinien. Den verbringen wir heute nochmals am Strand. Das Wasser in der Bucht ist herrlich klar und angenehm warm. Erst gegen Nachmittag packen wir zusammen und gehen ans Womo zurück und duschen uns das Salz von der Haut. Um 17Uhr verlassen wir den Platz und machen uns auf Richtung Olbia. Wir wollen das Womo am Hafen abstellen und noch in die Stadt gehen. Doch irgendwie kommt alles anders. Wir stehen im Hafen schon in der Schlange zur Fähre und haben keine Möglichkeit mehr zu wenden. Im Nachhinein sind wir ziemlich froh darüber, denn als wir am Sicherheitspersonal ankommen, wundert dieser sich über unsere Fährfahrt nach Genua mit Mobylines. Er sagt uns, dass heute nur die Tirrenia nach Genua fährt und das ganze 2h früher als Mobylines. Wir regen uns ein bisschen auf, wie die Italiener das so einfach ändern können und uns einfach auf eine andere Fährgesellschaft buchen. Auch der 2. Hafenmitarbeiter wundert sich über unser Ticket und schickt uns weiter. Als der dritte Hafenmitarbeiter unser Ticket einscannen will, kommt die Auflösung der Verwunderung. Unsere Fähre ist am Vortag gefahren, wir haben uns im Datum geirrt. Bei der Buchung wurden uns mehrere Fährfahrten als Alternative angeboten und wir haben nur auf die Verbindung Olbia-Genua mit Moby geschaut, jedoch nicht auf das Datum. So werden wir wieder den ganzen Weg zurück geschickt und uns bleibt nichts anderes übrig, als ein neues Fährticket zu kaufen. Positiv ist, dass wir noch auf die Fähre nach Livorno mitkönnen, negativ ist, dass wir keine Kabine mehr buchen können, da die Fähre völlig voll ist. Die anschließenden 3 Stunden Wartezeit bis zum Bording sind von Freude und Enttäuschung geprägt. Am Schluss überwiegt die Freude, denn wir sehen Carmen und Ralf wieder. Als Wohnmobil dürfen wir schon früh auf die Fähre und somit haben wir noch eine große Auswahl an Schlafmöglichkeiten auf dem Schiff. Wir sichern uns eine Sitzbank im Selbstbedienungsrestaurant und kommen mit erfahrenen deutschen ohne-Kabine-Reisenden ins Gespräch. Die Sitzbank dürfen wir bis zur Abfahrt nicht verlassen, denn „weggegangen, Platz gefangen“. Mit Carmen und Ralf trinken wir an unserem Schlafplatz noch ein Bier und versuchen dann gegen halb zwölf uns niederzulegen. Fällt etwas schwer, bei dem Lärm und der Festbeleuchtung. Der Lärm lässt irgendwann nach, aber die Festbeleuchtung bleibt. Zudem wird nachts die Fähre gereinigt, Mülleimer entleert und leere Flaschen zusammengesammelt. Einfacher gesagt als getan mit dem Schlafen.

09.10.

Wir haben es geschafft. Die Nacht haben wir mit ein wenig Schlaf rumgebracht, aber wir werden definitiv bei der nächsten Buchung genauer auf das Datum achten und NIE wieder ohne Kabine fahren. Runter von der Fähre steuern wir den erstbesten Rastplatz an, machen uns frisch und holen das Frühstück nach. Auch Ralf und Carmen stehen auf dem Rastplatz und wir verabschieden uns ein letztes Mal. Kurz vor 11Uhr können wir beide unsere Augen kaum mehr offen halten und sind der Meinung, dass wir uns für eine Stunde hinlegen sollten, denn sonst könnte es böse enden. An einem ruhigen Rastplatz stellen wir den Wecker auf eine Stunde und holen unseren Schlaf nach. Und das tut gut. Auf der Fahrt zum San Bernadino wird es immer kälter und wir erleben den ersten Schneefall des nahenden Winters. Am Samstagnachmittag noch im Meer gebadet und am Sonntagmittag im Schneefall über die Alpen. Geschafft kommen wir um 18Uhr nach Hause.

FAZIT:

2909km haben wir in den 3 Wochen abgespult. Das Wetter war die meiste Zeit hervorragend und wir haben wieder viele nette Menschen kennengelernt. Für das nächste Jahr haben wir wieder Sardinien ins Auge gefasst. Es ist und bleibt eine Trauminsel.

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