Solaranlage

Heute will ich mit euch das Thema Solaranlage angehen.
Vorweg möchte ich noch erwähnen, dass das Thema „Solar, ja/nein“ nur jeder für sich selbst beantworten kann. Jeder hat einen anderen Verbrauch und benötigt dementsprechend viel Solarpower. Durch unsere Solaranlage haben wir die „totale“ Unabhängigkeit vom Strom für uns erlangt. Dies ist bei uns möglich durch ausschliessliche Verwendung von 12V Geräten und mit dem einzigen Verzicht – also die Frau muss eigentlich verzichten – des Föns. Ein Fön mit 12V ist so effektiv, wie wenn man sich vor einen PC-Lüfter setzt und wartet, dass die Haare trocknen. Durch einen Wechselrichter, der aus 12V 230V macht, wäre die Benutzung eines haushaltsüblichen Föns möglich, würde aber enorm an Akkukapazität verbrauchen. Wir campen. Da muss man auf etwas Luxus verzichten und dieser ist bei uns der Fön und die Kaffeemaschine. Alle anderen Geräte wie Handy, Tablet oder Notebook lassen sich super mit 12V laden.

Nun zurück zum eigentlichen Thema. Wir starteten unser Projekt Solar mit einer 100W Solarpanele und einem MPPT-Laderegler mit max. 165W installierbaren Solarpower. Für den Sommer war diese Menge bei unserem Verbrauch ausreichend. Im Winter jedoch haben wir nur die Hälfte des Verbrauchs wieder hineinbekommen, was bei 135Ah und einem durchschnittlichen Verbrauch von 20Ah/Tag nicht lange hält. In unserem Fall wäre der Akku nach 13,5Tagen total leer, was auch gleichzeitig ihren höchstwahrscheinlichen Tod nach sich ziehen würde. Also haben wir nach dem Winter nochmals nachgerüstet und eine weitere 150W Solarpanele installiert, sowie den Laderegler gegen einen MPPT-Laderegler mit max. 250W Solarleistung ausgetauscht. Zudem hat der Laderegler einen extra Ausgang für den Kühlschrank, den er bei vollem Akku und Sonnenschein freischaltet. Was uns im Sommer den Vorteil bringt, dass bei meist überschüssiger Solarenergie der Kühlschrank auf 12V läuft und wir Gas einsparen. Wie es nun im Winter aussieht werden wir erst noch sehen und berichten.

Installation

Zur Montage der Solarpanelen gibt es passende Spoiler, die ich mit Weicon Flex 310M auf dem Dach verklebt habe.

100W Modul150W Modul

Natürlich kann man auch zu Sikaflex greifen.

Die Dachdurchführung wird mit ebenso abgedichtet und verklebt. Zuvor natürlich an geeigneter Stelle durch das Dach bohren. Keine Angst, es hört sich immer schlimmer an, als es ist. Wichtig ist einfach nur die anschließende Abdichtung, dann kann auch weiter nichts passieren.


Den Laderegler muss man an geeigneter Stelle mit ausreichender Belüftung anbringen. Wir haben ihn unter dem Einzelsitz rechts der Eingangstüre montiert. Wenn im Sommer der Kühlschrank auf 12V über Solar läuft, dann hört man den Lüfter des Ladereglers, was uns nicht wirklich stört, aber gesagt werden muss. Nachts gibt es keine Solarenergie, also auch kein Lüftergeräusch.

Anschluss

Die Installation der Solaranlage ist bei etwas handwerklichem Geschick selbst möglich. Wichtig ist einzig und allein die richtige Abdichtung der Dachdurchführung, denn Wasser im Inneren will niemand haben. Bei mehreren Solarmodulen werden sie mittels eines Y-Steckers verbunden und von dort aus direkt am Solarladeregler angeschlossen. Vom Solarladeregler geht man direkt auf den Plus- und Minuspol des Akkus. Damit wäre es eigentlich schon erledigt. Alles andere regelt der Laderegler. Will man die Starterbatterie ebenso über Solar immer ein wenig mitladen, so verbindet man den Starterbatterieausgang „Start +“ des Ladereglers mit dem Pluspol der Starterbatterie. Diese wird dann mit max. 1A geladen. Etwas komplizierter gestaltet sich der Anschluss des Kühlschrankes. Auf der Rückseite des Kühlschrankes befindet sich meist die Elektroversorgung. Dort ist ein S+ Anschluss zu finden. Diesen verbindet man mit dem Ausgang „AES“ des Ladereglers. Da dort nicht viel Strom fließt, kann man einen dünnen Kabelquerschnitt wählen. Als nächstes muss man prüfen, ob der Anschluss D+ am Kühlschrank mit Dauerplus belegt ist. Wenn dies der Fall ist, Glück gehabt und die Arbeit ist getan. Wenn nicht, dann muss noch eine weitere Leitung vom Pluspol der Bordbatterie zum D+ Anschluss am Kühlschrank gelegt werden. Ist dies erledigt, sollte der Kühlschrank bei Sonnenschein und vollen Batterien auf 12V umschalten. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn man einen AES Kühlschrank besitzt. Bei Dometic lassen sich die manuellen Kühlschränke problemslos auf AES umrüsten. Es muss nur die Steuerplatine auf der Frontseite oben getauscht werden. Rausklipsen, abstecken, neue Platine anstecken, reinklipsen und fertig.

 

So, das war es dann auch schon. Bei weiteren Fragen oder bei Interesse am Einbau durch uns, einfach direkt an uns wenden oder im Kommentar.

Hier könnt ihr alles für eine komplette Anlage bestellen: